Dunacapella, ein Dorf hinter den Dünen (1135 bis 1900)
Jahrhundertelang war Oostduinkerke ein ruhiges Bauerndorf, versteckt hinter einem breiten Dünengürtel.
- Dunacapella (1135): 1135 wurde das Dorf, damals noch Dunacapella oder Dünenkapelle genannt, erstmals eine selbstständige Pfarrei.
- Ostdunckercka (1246): aus dem Namen wurde Dunckercka, und ab 1246 sprach man von Ostdunckercka, um das Dorf von Dünkirchen in Frankreich zu unterscheiden.
- Eine Insel im Mittelalter: im Mittelalter lag hier eine Art Watteninsel von Dünkirchen bis Oostduinkerke, mit der Dünenabtei in der Mitte.
- Zwanzig kleine Höfe (1777): auf den Ferraris-Karten von 1777 besteht das Dorf aus der Kirche, einigen Häusern und etwa zwanzig kleinen Bauernhöfen; in den Dünen stand damals noch nichts.
- Die Dampfstraßenbahn (1886): 1886 nahm die Dampfstraßenbahn zwischen Ostende und Veurne den Betrieb auf, das erste öffentliche Verkehrsmittel für Oostduinkerke-Dorf.

Die Krabbenfischer zu Pferd
Oostduinkerke ist der einzige Ort der Welt, an dem noch zu Pferd Krabben gefischt werden.
- Fischen für den Lebensunterhalt: bis Mitte des 20. Jahrhunderts fingen die Pferdefischer am Strand Krabben, um davon zu leben.
- Folklore: heute ist die Pferdefischerei vor allem eine lebendige Tradition, die mit Unterstützung der Gemeinde als touristische Attraktion gepflegt wird.
- Kruiers: daneben fangen die Kruiers oder Kruwers noch immer Krabben mit einem Schleppnetz, das sie selbst durchs Wasser ziehen.
- UNESCO (2013): nach der Anerkennung als flämisches Kulturerbe wurden die Pferdefischer im Dezember 2013 in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen.
Das Fischereimuseum: das Nationale Fischereimuseum, heute NAVIGO, entstand in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wurde von 2004 bis 2009 umgebaut und öffnete 2024 völlig erneuert.- Folkloreabende: im Sommer zeigen Handwerker freitagabends im Innenhof des Museums alte Handwerke wie Klöppeln und Korbflechten.
Der Aufstieg von Oostduinkerke-Bad (1899 bis 1939)
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts entstand am Meer ein neues Seebad, getrennt vom alten Dorf.
- Bauland in den Dünen (1899): 1899 gründeten wohlhabende Brügger die Société civile des dunes d'Oostduinkerke et Coxyde, die die Dünen baureif machte.
- Die ersten Hotels: das Seebad begann mit zwei Hotels, von denen das Hotel Gauquié am längsten bestand.
- Künstler und Strandsegler: vor allem nach dem Ersten Weltkrieg kam der Tourismus in Gang; der Schriftsteller Felix Timmermans machte hier Urlaub, Künstler trafen sich im Hotel des Dunes, und Sportler kamen zum internationalen Strandseglerrennen.
- Die Kusttram (1926): 1926 erreichte die Straßenbahn an der Küste Oostduinkerke-Bad, 1929 elektrisch, und diese Linie fährt noch heute als Kusttram.
Die Zomerkapel: zwischen den Weltkriegen wurde für die Sommergäste die weiße Zomerkapel gebaut, im Stil der weiß gekalkten Fischerhäuschen. Hannecartbos: der Hannecartbos mit rund 48 Hektar wurde in den 1920er Jahren von der Familie Hannecart für die Jagd angelegt.- Louis Artan: auf dem Gemeindefriedhof steht der Grabstein des Malers Louis Artan, entworfen von Victor Horta.

Krieg, Wiederaufbau und Fusion
Der Zweite Weltkrieg hinterließ auch in Oostduinkerke tiefe Spuren, danach erhielt das Dorf eine moderne Kirche und einen neuen Platz innerhalb von Koksijde.
- Mai 1940: bei der Schlacht um Dünkirchen 1940 fielen hier britische Soldaten, die auf dem britischen Soldatenfriedhof von Oostduinkerke ruhen.
- Die alte Kirche zerstört: die alte Kirche von Oostduinkerke wurde 1940 zerstört, und 1941 stellte die Besatzung die meisten Straßenbahnlinien ein.
- Sint-Niklaaskerk (1952 bis 1956): der Architekt Jean Gilson baute die moderne Backsteinkirche Sint-Niklaaskerk, mit einem 36 Meter hohen Turm und einer 13,5 Meter hohen Christusfigur aus Terrakotta von Josef Arnost Gause.
- Nieuwpoort-Bad (1949): 1949 ging Nieuwpoort-Bad, das auf dem Gebiet von Oostduinkerke lag, an Nieuwpoort über.
- Fusion (1971 und 1977): 1971 fusionierte Oostduinkerke mit Wulpen, und 1977 wurden beide Teil der Gemeinde Koksijde.
Das Strandbad: das modernistische Freibad auf dem Deich, heute das Strandbad Oostduinkerke, gehört zum Kulturerbe des Ortes.

Dünen und Natur rund um Oostduinkerke
Die Dünen zu beiden Seiten der Leopold II-laan, die das Dorf mit dem Bad verbindet, sind heute geschützte Natur.
- Natura 2000: alle Dünengebiete von Oostduinkerke sind als Teil des Natura-2000-Gebiets der Küstendünen europaweit geschützt.
Ter Yde: östlich der Leopold II-laan liegen die Dünen von Ter Yde, eines der großen Dünengebiete der Westküste. Oostvoorduinen: die Oostvoorduinen bilden mit Ter Yde und dem Hannecartbos ein großes Dünengebiet. Witte Burg: das Naturgebiet Witte Burg ist ein Ausläufer der Doornpanne westlich des Dorfes. Simliduinen: auf der Seite von Groenendijk liegen die Simliduinen. Wasserturm Groenendijk: vom Wasserturm Groenendijk blicken Sie über die Dünen und das Meer.








